Onlineshop – Due Diligence
Welche Daten, Nachweise, Abhängigkeiten und Transferpunkte vor einem Kauf geprüft werden sollten. Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten Punkte speziell für Onlineshop ein.
Due Diligence in fünf belastbaren Prüfschritten.
Ziel ist nicht, jede Information zu sammeln, sondern die Aussagen zu prüfen, die Kaufpreis, Risiko und Übertragbarkeit von Onlineshop tatsächlich beeinflussen.
These gegen Quelle
Jede wesentliche Verkäuferangabe einer Primärquelle zuordnen: Zahlungsdaten, Analytics, Verträge, Plattformexporte oder technische Systeme.
Zeitreihen statt Momentaufnahme
Mindestens 12 Monate vergleichen; Saison, Ausreißer, Preisänderungen und Kanalverschiebungen markieren.
Konzentrationen messen
Top-Kunden, Top-Keywords, Plattformen, Lieferanten, Kampagnen und Schlüsselpersonen separat quantifizieren.
Transfer testen
Vor Signing klären, welche Accounts, Rechte und Verträge tatsächlich übertragbar sind und wo Zustimmung Dritter nötig ist.
Closing Conditions formulieren
Offene Punkte nicht im Chat verlieren, sondern als konkrete Bedingung, Nachweis oder Übergabeaufgabe dokumentieren.
Umsatz, Kosten und Ergebnis über mehrere Perioden abgleichen.
Traffic, Nutzer, Leads oder Kundenquellen nachvollziehen.
Rechte an Domain, Code, Content, Marke und Daten dokumentieren.
Zeitaufwand, Team, Dienstleister und Gründerabhängigkeit verstehen.
Accounts, Verträge, Zugänge und Übergabe praktisch vorbereiten.
Konzentrationen, Plattformabhängigkeiten und offene Punkte sichtbar machen.
Die Zahlen müssen definierbar und wiederholbar sein.
Für dieses Geschäftsmodell sind insbesondere Umsatz, Rohertrag, Retourenquote, CAC, Wiederkaufsrate, Lagerbindung und Conversion relevant. Entscheidend ist die Entwicklung über Zeit: Ein einzelner starker Monat kann Wachstum, Saison oder einmalige Effekte widerspiegeln. Käufer sollten Definition, Quelle und Zeitraum jeder wesentlichen Kennzahl kennen.
- Mindestens 12 Monate Historie, bei Saisonalität möglichst 24 Monate.
- Einmalige Kosten oder Add-backs separat und nachvollziehbar begründen.
- Umsatzqualität, Marge und Betreiberaufwand gemeinsam betrachten.
- Abhängigkeit von einzelnen Kunden, Plattformen, Lieferanten oder Trafficquellen messen.
Gute Deals verstecken Risiken nicht.
Bei Onlineshop sind besonders Werbekosten, Lieferantenabhängigkeit, Retouren, Plattformrichtlinien und Saisonabhängigkeit zu prüfen. Ein transparent dokumentiertes Risiko kann kalkulierbar sein; ein unbekanntes Risiko ist meist problematischer.
OWP VERIFY trennt geprüfte Angaben, offene Punkte und Klärungsbedarf. Das stellt keine Garantie, Renditeprognose oder Rechts-/Steuerberatung dar.
Der Wert zählt nur, wenn er tatsächlich übertragen werden kann.
Der Transfer sollte insbesondere Shop, Domain, Lieferantenbeziehungen, Produktdaten, Tracking, Creatives und Kundenkommunikation abdecken. Bereits vor Vertragsabschluss sollte feststehen, welche Zugänge übertragbar sind, welche Zustimmung Dritter benötigt wird und welche Übergangsleistungen der Verkäufer erbringt.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine Prüfung dauern?
Das hängt von Größe, Datenqualität und Komplexität ab. Entscheidend ist nicht eine feste Tageszahl, sondern dass wesentliche Annahmen mit geeigneten Unterlagen geprüft und offene Punkte vor dem Closing dokumentiert werden.
Wie wird ein realistischer Marktpreis ermittelt?
Ertragskraft, Wachstum, Datenqualität, Abhängigkeiten, Betreiberaufwand, Transferfähigkeit und aktuelle Nachfrage sollten gemeinsam betrachtet werden. Ein Umsatz- oder Gewinnmultiple ohne Kontext reicht nicht.
Was bringt OWP VERIFY?
OWP VERIFY dokumentiert den internen Prüfstand einzelner Angaben. Käufer sollten trotzdem eine eigene wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und technische Prüfung durchführen.