Micro-SaaS – Verkauf vorbereiten
Wie Zahlen, Nachweise, Assets, Prozesse und Risiken für einen professionellen Verkaufsprozess vorbereitet werden. Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten Punkte speziell für Micro-SaaS ein.
Verkaufsreife entsteht vor dem ersten Käuferkontakt.
Gute Vorbereitung verkürzt Rückfragen, erhöht Vergleichbarkeit und verhindert, dass ein Deal wegen fehlender Nachweise oder ungeklärter Übertragung ins Stocken gerät.
Finanzpaket ordnen
Monatliche Umsatz-/Kostenhistorie, Zahlungsquellen und Normalisierungen einheitlich vorbereiten.
Asset Register erstellen
Domain, Code, Inhalte, Accounts, Daten, Verträge, Marken und Zugänge vollständig inventarisieren.
Betrieb dokumentieren
SOPs, Wochenaufwand, Team, Dienstleister und Inhaberaufgaben so dokumentieren, dass ein Käufer sie übernehmen kann.
Risiken selbst benennen
Bekannte Risiken früh erklären und mit Gegenmaßnahmen versehen; Überraschungen im Datenraum kosten Vertrauen.
Disclosure staffeln
Öffentlichen Teaser, verifizierten Käuferzugang und vertraulichen Datenraum bewusst voneinander trennen.
Umsatz, Kosten und Ergebnis über mehrere Perioden abgleichen.
Traffic, Nutzer, Leads oder Kundenquellen nachvollziehen.
Rechte an Domain, Code, Content, Marke und Daten dokumentieren.
Zeitaufwand, Team, Dienstleister und Gründerabhängigkeit verstehen.
Accounts, Verträge, Zugänge und Übergabe praktisch vorbereiten.
Konzentrationen, Plattformabhängigkeiten und offene Punkte sichtbar machen.
Die Zahlen müssen definierbar und wiederholbar sein.
Für dieses Geschäftsmodell sind insbesondere MRR, Nutzerzahl, Churn, Supportaufwand, Marge und Automatisierungsgrad relevant. Entscheidend ist die Entwicklung über Zeit: Ein einzelner starker Monat kann Wachstum, Saison oder einmalige Effekte widerspiegeln. Käufer sollten Definition, Quelle und Zeitraum jeder wesentlichen Kennzahl kennen.
- Mindestens 12 Monate Historie, bei Saisonalität möglichst 24 Monate.
- Einmalige Kosten oder Add-backs separat und nachvollziehbar begründen.
- Umsatzqualität, Marge und Betreiberaufwand gemeinsam betrachten.
- Abhängigkeit von einzelnen Kunden, Plattformen, Lieferanten oder Trafficquellen messen.
Gute Deals verstecken Risiken nicht.
Bei Micro-SaaS sind besonders starke Gründerabhängigkeit, einzelne Integrationen, kleine Kundenzahl und technische Single Points of Failure zu prüfen. Ein transparent dokumentiertes Risiko kann kalkulierbar sein; ein unbekanntes Risiko ist meist problematischer.
OWP VERIFY trennt geprüfte Angaben, offene Punkte und Klärungsbedarf. Das stellt keine Garantie, Renditeprognose oder Rechts-/Steuerberatung dar.
Der Wert zählt nur, wenn er tatsächlich übertragen werden kann.
Der Transfer sollte insbesondere Code, Accounts, APIs, Domains, Automationen, Supportprozesse und Produktdokumentation abdecken. Bereits vor Vertragsabschluss sollte feststehen, welche Zugänge übertragbar sind, welche Zustimmung Dritter benötigt wird und welche Übergangsleistungen der Verkäufer erbringt.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine Prüfung dauern?
Das hängt von Größe, Datenqualität und Komplexität ab. Entscheidend ist nicht eine feste Tageszahl, sondern dass wesentliche Annahmen mit geeigneten Unterlagen geprüft und offene Punkte vor dem Closing dokumentiert werden.
Wie wird ein realistischer Marktpreis ermittelt?
Ertragskraft, Wachstum, Datenqualität, Abhängigkeiten, Betreiberaufwand, Transferfähigkeit und aktuelle Nachfrage sollten gemeinsam betrachtet werden. Ein Umsatz- oder Gewinnmultiple ohne Kontext reicht nicht.
Was bringt OWP VERIFY?
OWP VERIFY dokumentiert den internen Prüfstand einzelner Angaben. Käufer sollten trotzdem eine eigene wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und technische Prüfung durchführen.